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Dachau
- Wohl mit die besten Macher guten Kindertheaters sind das Ehepaar
Maren und Willi Winter aus Cronskamp. Sie machten beim Dachauer
Leierkasten eine Stippvisite und brachten das Spiel "Eine
Hand voll Drachenfeuer" zur Aufführung. Mit brillanter
Inszenierung, fantastischem Wortwitz und Wortspiel begeisterten
sie die kleinen und großen Leute.
Einfühlsamer und spannungsreicher kann Kindertheater nicht
sein.
Da will man weder "verduften" noch" eine
Fliege machen", noch "das Weite suchen" oder
einfach "weggehen", wie ein Knirps aus dem Publikum
in der Suche nach der Identifizierung mit dem Helden des Stücks,
dem mutigen Milan, spontan bemerkte, sondern sich der Sache
(im Theaterstück der Drache) stellen.
KINDERLEIERKASTEN
Mit der
fantasievollen Geschichte wird es leicht gemacht, über
Angst und Mut zu reden. Dem Ehepaar ist ein psychologisches
Meisterwerk gelungen, dessen exzellente Bearbeitung fürwahr
oscarverdächtig ist. Die Bilder auf der Bühne wechselten
in rascher Folge. Wenige Handgriffe genügten, um aus frostigen
Eisbergen eine grüne Landschaft und aus einer grünen
Landschaft eine feuerrote Drachenhöhle zu formieren. Indem
Maren und Willi Winter nicht nur als Puppenspieler agierten,
sondern auch und gerade als Schauspieler auftraten, wurde die
fantastische Welt um Milan und der schönen Prinzessin Misunde
indessen auf reale Ebenen transportiert.
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Der vollbärtige Willi Winter als Krieger Korf, der mit
Milan zur Drachenhöhle geht und mit ihm auch mal um ein
Würstchen mit Senf krakelt oder als Waffenhändler
Menkenke, der Milan ein simples Küchenmesser als ein "Platzsparschwert"
verkauft, war auch einfach zu gut ...
Willi
Winter, der über eine Gesangs-ausbildung verfügt,
hat Musik und Lieder zum Stück selbst geschrieben, wie
auch Maren Winter die grazilen Figuren und die originellen Bühnenbilder
selbst geschaffen hat, die beidsam, auf das Wesentliche reduziert,
in Prägnanz und Poesie gefielen.
Da passte es nur allzu gut, dass der Drache, dem Milan begegnete,
auch kein Feuer spie, sondern einen Stein im Schaumstoffmaul
hatte, der "glitzerte" und "kitzelte" und
irgendwie einer Sternschnuppe glich. Klar, dass Milan sich wünschte,
dass die Prinzessin nicht mehr traurig ist und klar auch, dass
dieser Wunsch in Erfüllung ging. Wie sich auch hoffentlich
der Wunsch vieler Kinder und Erwachsener erfüllen möge:
dass das Ehepaar Maren und Willi Winter bald mal wieder in Dachau
spielt.
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