NRZ
Donnerstag, 23. September 1999

Reise ins Orgel-Innere
Los Mozos begeisterte nicht nur
die Grundschüler

Das Geheimnis
der Orgel

Lieblingslied

Inhalt & Fotos

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"Das Geheimnis der Orgel" ergründete das Puppentheater Winter gemeinsam mit einer Horde kleiner Zuschauer auf
"Los Mozos` Kleiner Bühne" in
der Meidericher Grundschule Brückelstraße.

Das Kindermusical rund um das Kircheninstrument stammt aus der Feder des in Finnland lebenden Ehepaares Maren und Willi Winter, auch die Puppen sowie Kulissen sind von beiden selbst angefertigt worden. Zur Story: Während einer ihrer Orgelsessions entdecken der liebenswerte Organist Herr Schröder (Willi Winter) und seine Katze Pizzicato einen schrecklichen Misston. Um diesen zu beseitigen, unternehmen beide eine abenteuerliche Reise ins Innere des Instruments, um den Ohrwurm um Hilfe zu bitten.
Was beide nicht wissen:

In ihrem "Orgelschloss" haust die Maus Agathe, die heimlich eine Katzenschreckmaschine baut und den fiesen Ton in eine der Pfeifen gestopft hat. Maren Winter lieh Maus, Katze und Ohrwurm ihre Stimme, auf ihr Konto gehen ebenfalls die gelungenen Figuren. Gesungen wurde nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne. Mit viel Engagement füllten die Zuschauer das "Liedermeer" auf, sie klatschten und sangen sogar unaufgefordert die ihnen bisher unbekannten Kompositionen Winters mit. Wahre Gefühlsstürme entluden sich, wenn es galt die Maus vor der drohenden Gefahr zu warnen. Doch natürlich wurde Agathe nicht gefressen oder vertrieben, sondern schloss Freundschaft mit der trägen und ängstlichen Pizzicato. Spielerisch lernten die Kleinen die Funktion der Register kennen, außerdem erfuhren sie, dass man mit einem Resonanzkasten ordentlich Krach machen kann. Mit ihrer phantastischen Geschichte irgendwo zwischen "Momo" und "Ein Feuerwerk für den Fuchs" begeisterte das Ehepaar nicht nur Dreijährige. nele

15.12.1999 Ludwigshafen

MÄUSEJAGD IM PFEIFENWALD
"Kikos" Kinderkonzerte in der Philharmonie lösen "Geheimnis der Orgel"

Von unserer Mitarbeiterin Heike Marx
In "Kikos" Kinderkonzerten in der Ludwigshafener Philharmonie gab es für die Allerjüngsten diemal kein Konzert, sondern ein Figurentheater über Musik. Maren und Willi Winter haben ihren Theatersitz in Finnland.Dort bereiten sie die Geschichten vor, mit denen sie dann in Deutschland auf Tournee gehen. Aus Abfallmatereialien, wie Pappe, Holz und Schaumstoff, bauen sie Bühnenbilder, die im Licht einen so märchenhaften Zauber entfalten wie in der Geschichte über "Das Geheimnis der Orgel". Und da Willi Winter Musiker ist, spielt die Musik in ihren Geschichten eine ganz wichtige Rolle. Beim "Geheimnis der Orgel" die wichtigste überhaupt.
Die Orgel sieht prächtig und majestätisch aus. Wie ein Schloss, findet die Maus Agathe, und deshalb will sie darin wohnen und nie, nie wieder ausziehen. Da kommt Herr Schröder, der Organist, mit seiner Katze Pizzicato zum täglichen Orgelspiel. Pizzicato ist gerade sanft eingeschlafen, da dröhnt und scheppert es in den Pfeifen. Agathe hat einen falschen Ton hineingestopft, denn diesmal will sie nicht klein und furchtsam vor der Katze davonlaufen, sondern diese mit Getöse in die Flucht schlagen . Herrn Schröder bleibt nichts anderes übrig, als den falschen Ton zu suchen, und dazu begibt er sich auf einen abenteuerliche Reise in das Innere der Orgel.
Das Orgelschloss öffnet sich und gibt eine wundersame Welt frei. Herr Schröder kennt deren Geheimnisse, jedenfalls die meisten, doch für Pizzicato - und die Kinder - gibt es viel zu entdecken und zu erleben.
Durch den Pfeifenwald gelangen sie an einen leeren Kasten, der alle Töne lauter macht; da ist der falsche Ton nicht drin. Das Liedermeer ist ausgetrocknet. Erst nachdem die Kinder es mit Weihnachtsliedern gefüllt haben, können die beiden hindurch. Dabei wird Pizzicato zum begeisterten Schwimmer, weil das Meer gar nicht nass ist.
Der Ohrwurm hat den gräulichen, falschen Ton auch gehört. Er war ganz tief; also kann er hier nicht sein, wo es nur kurze Pfeifen gibt. Um dem Treiben auf die Spur zu kommen, muss der eigentlich ängstliche Pizzicato durch den engen Windkanal und wird davongeweht, wie vorherzusehen war. Aber keine Angst: Alles geht gut aus. Da hat Agathe doch wahrhaftig aus dem leeren Kasten eine Krach-Krawall-Katzenschreck-Maschine gebaut, dabei mag Pizzicato nur Katzenfutter und denkt überhaupt nicht ans Mäusejagen. Nichts wie weg mit dem falschen Ton, damit die Orgel wieder so schön klingt wie frühewr und alle fröhlich sind. Ruhig, märchenhaft und eingängig erzählt die Geschichte von der Wunderwelt der Musik.


Lingener Tagespost
25.09.2001

Geheimnis von der Maus in der Orgel
Theater Winter: Kinder-Musical zum Mitmachen im "Professorenhaus"

Von Elisabeth Tondera

Eine Maus in der Orgel kann ganz schönes Unheil anrichten. Daraus ergeben sich allerdings nicht selten sehr positive Überraschungen. Das weltbekannte Weihnachtslied "Stille Nacht" soll seine Entstehung einer Maus verdanken. Ähnliches geschieht in dem Kinder-Musical "Das Geheimnis der Orgel", das im "Professorenhaus" zu sehen war. Das Theater Winter spielte die lustige Geschichte vor vollem Haus und begeisterten Kindern. In dieser Inszenierung ist alles auf das Wahrnehmungsvermögen der jungen Zuschauer und auf ihre Mitmachbereitschaft ausgerichtet.
Wenn es zu Beginn der Aufführung ganz dunkel wird im Saal und eine kleine Maus zwischen die Zuschauer gerät, ist das Interesse geweckt. Die Kinder sind auf der Seite der Maus, die nach einem Versteck sucht, und es in einer riesigen Orgel findet. Diese Orgel nimmt die gesasmte Bühne ein und beherrscht das Stück. Denn die Maus schafft es, einen falschen Ton in eine Pfeife hineinzuschmuggeln und alles durcheinander zu bringen. Als nämlich der Organist mit seiner Katze erscheint und das Lieblingslied der beiden spielen will, gibt es nur Misstöne zu hören.
Der Rest der Handlung ist sehr einfach. Damit die Orgel nicht mehr das Ohr beleidigt, muss der Ursache der Störung nachgegangen werden. Der Organist begibt sich in Begleitung seiner Katze in das Innere der Orgel, sie finden dort das ausgetrocknete Liedermeer, das sie mithilfe der Kinder wieder mit Musik füllen, aber den Übeltäter entdecken sie nicht. Dieser stellt sich schließlich freiwillig und freundet sich sogar mit der Katze an.
An dem frühlichen Ausklang sind die Kinder wieder kräftig beteiligt. Sie würden noch länger singen und klatschen, aber jedes Stück ist einmal zu Ende.
So schlicht wie die Handlung ist auch die Inszenierung. Die zwei Puppenfiguren (Maus und Katze) werden abwechselnd von Maren und Willi Winter geführt und treten im Wechselspiel mit dem menschlichen Darsteller (Organist) auf. Mit den beiden Puppen sind Identifikationsfiguren für die Kinder geschaffen worden, und mit deren Hilfe gelingt es, musikalische Inhalte zu vermitteln. Das ist die Hauptabsicht der Inszenierung. Eine einfache melodie wird angespielt an die die Kinder sich später erinnern sollen, und mitten im Spiel werden sie dazu gebracht, von sich aus Lieder zu singen. Für das ausgetrocknete Liedermeer werden nämlich Lieder benötigt, und als der Organist ratlos überlegt, was er tuns soll, schlät ein Kind im Saal vor: "Sollen wir dir helfen?"
Die Beteiligung des Publikums gehört zum Konzept. Zwischedurch verrät der Spieler den Kindern wie nebenbei einige musikalische Inhalte. Sie erfahren, was ein Dreiklang ist und was ein Resonanzboden bewirkt, sie bekommen mit, wie eine Stimmgabel funktionbiert und wofür Register an der Orgel "gut sind". Alles in allem ist es eine vergnügliche und turbulente Veranstaltung.

IN DER ORGEL gibt es jede Menge Platz: Das Theater Winter spielte im "Professorenhaus" das Kinder-Musical mit Puppen "Das Geheimnis der Orgel".

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