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Das
Jugendprojekt "Zensur"
1998
entwickelten Karsten Steiner, Maren Winter und Willi Winter unter
der Schirmherrschaft von Folkhälsan zusammen mit ca. 30 åländischen
Jugendlichen ein Open-Air-Musical.
Es ging darum, zu den ohnehin Engagierten auch solche Jugendliche
zu begeistern, die sich hauptsächlich auf der Straße
zu Hause fühlen. Unsere Gruppe war daher äußerst
gemischt, ambitionierte Gymnasiasten und Jugendliche ohne jeden
Abschluß im Alter von 15 bis 24 Jahren. Viele waren daran
gewöhnt, jedes Wochenende im Vollrausch zu verbringen und manche
hatten noch nie in ihrem Leben irgend etwas zu Ende geführt.
Teilweise
gab es erhebliche Schwierigkeiten, abgesprochene Termine ernstzunehmen,
aber wir telefonierten ihnen hinterher und holten einzelne von Zuhause
ab, damit sie nicht vergaßen, dass sie gebraucht wurden. Während
des gesamten Projektes mussten wir immer wieder selbst Hand anlegen,
um motivierend einzuwirken. Und dann wurde mitten in der Probezeit
unser Hauptdarsteller wegen Einbruchs inhaftiert, so dass uns nichts
anderes übrigblieb, als umzubesetzen. Als er wieder entlassen
wurde nahm er aber gerne auch eine Nebenrolle an.
In
den letzten Wochen verstärkte sich der Einsatz der Gruppe.
Sie begannen an einen möglichen Erfolg zu glauben, und als
es daran ging die Bühne wirklich aufzubauen, 6 m hoch und 15
m breit, auf einer Kreuzung mitten in Mariehamn, als Publikum in
Mengen zusammenströmte und anerkennend die riesige Konstruktion
begutachtete, entwickelten die Jugendlichen zum Glück die gleiche
Spannung, wie andere Theatergruppen. Die Aufführung wurde ein
Erfolg, auf den sie zu Recht stolz sein konnten.
Sicher
kann ein solches Projekt niemanden dauerhaft davon abhalten, sich
auf der Straße herumzutreiben, in Ferienhäuser einzubrechen
oder sich zu betrinken. Aber es kann das Selbstbewußtsein
stärken, es kann zeigen, dass Engagement nicht nur Spaß
macht, sondern sogar zu Ergebnissen führt. Wer sich zutraut
ein Ziel ins Auge zu fassen und trotz Schwierigkeiten weiter zu
verfolgen, ist weniger gefährdet, in einem Teufelskreis steckenzubleiben.
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