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ALLTAG - HAUSRAT

Aus dem frühen Mittelalter sind nur wenige Möbel erhalten, und diese stammen meist aus Kirchen oder Klöstern. Sie sind mit Rundbögen, Rosetten oder kunstvollen Eisenbeschlägen verziert, entsprechen aber sicher nicht einer typischen Hausausstattung.
Da die Brettsäge noch nicht vorhanden war, wurden Gebrauchsmöbel mit dem Beil hergestellt und gerieten entsprechend wuchtig. Vor allem gab es Stühle und Truhen, in denen Kleider und andere Wertgegenstände aufbewahrt wurden. Als Verzierung diente einfache Kerbschnitzerei oder eine Bespannung mit Leder.
Schlafnischen, Wandschränke, Sitzbänke und Klapptische errichtete man gleich mit dem Haus zusammen.

Die Inventarliste eines Fronhofes auf der Insel Stefanswert listet folgenden Hausrat auf: 3 Sekel Seife; eine Bettdecke mit 5 Federkissen, 3 eherne und 6 eiserne Kessel, 5 Kesselhaken, 1 eisernen Leuchter, 17 mit Eisen gebundene Zuber, 10 große und 17 kleine Sicheln, 7 breite Hacken, 7 Äxte, 10 Bockshäute, 26 Schaffelle, 1 Fischnetz. In der dazugehörigen Tuchmacherei, in welcher 24 Frauen arbeiteten, fanden sich außerdem: 5 wollene Gewänder mit 4 Gürteln und 5 Hemden.

Im "Capitulare de villis" bestimmt Karl der Große die Ausstattung seiner Güter recht genau: "Jedes Krongut soll in seinem Lagerraum vorrätig haben: Bettdecken, Matratzen, Federkissen, Bettlinnen, Tischtücher, Bankpolster, Gefäße aus Kupfer, Blei, Eisen und Holz, Feuerböcke, Ketten, Kesselhaken, Hobeleisen, Spitzhauen, Bohrer, Schnitzmesser - kurzum, alles nötige Gerät, so dass man es nicht anderswo zu erbitten oder zu entleihen braucht. Auch das eiserne Kriegsgerät muß man hier verwahren, damit es gut erhalten bleibt."

Dazu wurden noch Verbrauchsgüter gelagert wie: Heu, Brennholz und Kienspan, Schindeln und anderes Bauholz, Wolle, Flachs und Hanf, Häute, Felle, Gehörne, Wachs...