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GLAUBE
- KLERUS
Mit
dem Aufstieg der Karolinger und der Kaiserkrönung Karls des
Großen entfernte sich das Papsttum immer mehr vom Byzantinischen
Reich und unterstellte sich schließlich dem Schutz der Franken.
Umgekehrt fühlten sich die karolingischen Herrscher verpflichtet
den christlichen Glauben zu verbreiten und ließen die eroberten
Völker teilweise gewaltsam bekehren.
Die Kirche besaß erhebliche Güter, die eine große
Anziehungkraft auf die Mächtigen ausübten. Ab 780 wurden
Bischöfe von den weltlichen Herrschern eingesetzt. Nun stand
dieses hohe Amt fast nur noch treu ergebenen Männern zur Verfügung,
die meistens aus der Aristrokratie stammten. Sie lebten kaum anders,
als die weltlichen Machthaber, gingen zur Jagd, hielten Festmähler,
befehligten ihre Vasallen und statteten Krieger aus. Die geistlichen
Aspekte spielten oft eine untergeordnete Rolle.
Z. B. fühlte sich Alkuin 797 bemüßigt den Bischof
von Lindisfarne zu mahnen: "Das Wort Gottes soll beim Mahl
der Geistlichen gelesen werden. Es ziemt sich, dort den Vorleser
zu hören, nicht den Harfenspieler, die Predigten der Väter,
nicht die Lieder der Heiden."
Karl befiehlt
789: "Bischöfe, Äbte und Äbtissinnen sollen
keine Hundemeuten halten, auch keine Falken noch Jagdvögel
noch Spielleute....
Nonnen oder geweihte Frauen, die ohne feste Regelordnung in kleinen
Klöstern
leben dürfen keine "winileodos" (Liebeslieder) anfertigen."
Die Mehrheit der einfachen Priester dagegen bestand aus Unfreien,
die von ihrem Herrn statt einer Hufe eine Pfarrei zugewiesen bekamen
und entsprechend stark vom Grundherrn abhängig waren. Nicht
unbedingt wurde gefragt, ob der ins Amt gezwungene Priester von
seinem Beruf etwas verstand. Karl der Große zählte deshalb
in einem Kapitularie eine Reihe von Minimalanforderungen an einen
Priester auf: Sie sollten das Glaubensbekenntnis kennen, das Vaterunser,
das Sacramentarium Gregorianum, den Ritus zur Teufelsaustreibung,
das Bußbuch, den Kalender, die römische Liturgie. Weiter
sollten sie die Evangelien verstehen, die Homelien für Sonntage
und Festtage kennen sowie die Pastorale Papst Gregors. Außerdem
mussten sie Urkunden ausstellen und Briefe schreiben können.
Selbst die letzte Fertigkeit besaßen nicht alle Priester.
Neben den Erträgen des ihnen zugewiesenen Landes stand ihnen
noch der Kirchenzehnt der Gemeindemitglieder zu, welcher aber manchmal
vom Bischof eingezogen wurde. Die Schreib- und Rechenkundigen übernahmen
außerdem oft Verwaltungsarbeiten in der Domäne.
Klöster
waren wirtschaftliche und kulturelle Zentren mit teilweise erheblichem
Reichtum und dadurch entsprechendem Einfluss. Hier wurden Teile
des antiken Wissens bewahrt, hier gab es fast die einzigen Menschen,
die Lesen und Schreiben konnten. Sie übten selbst Herrschaft
aus, wurden aber ebenfalls von königlichen und adeligen Herrschern
genutzt, die Dienst und Wissen der Kleriker für ihre Zwecke
einsetzten.
In der Karolingerzeit wurde versucht alle Klöster einheitlich
nach der Benediktinerlehre auszurichten. Allerdings gab es Mönche
die sich nur ungern hinter Klostermauern zurückziehen wollten.
Andere waren von ihrem Grundherren sozusagen als Geschenk gezwungen
worden einem Kloster beizutreten, außerdem war es Brauch Verbrecher
und Geiseln hinter fromme Mauern zu verbannen. Nicht alle Klöster
waren wohlbegütert, und so gab es viele Mönche die jeden
Anlass nutzten um sich zu entfernen.
In den Kapitularien taucht das Problem der umherziehenden Mönche
häufig auf. Im besten Fall gingen sie im Auftrag eines Mächtigen
auf Reisen, oder aber sie mischten sich mit anderen Randgruppen
wie Bettlern oder Räubern.
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