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HERRSCHER
- PERSONEN
Hier
findet sich eine kleine Auswahl der damals bedeutenden Persönlichkeiten.
Einzelne Namen sind mit dem biographisch bibliographischen Kirchenlexikon
verlinkt, wo es weitere Informationen gibt.
Die Ämter unter Karl dem Großen
Für
den Erzkapellan erwirkte Karl vom Papst die Erlaubnis, dass
der entsprechene Amtsträger sich zur Wahrnehmung seiner Pflichten
ständig am Hof aufhalten durfte. Unter anderen waren das:
- Abt Fuldrad
von St.Denis (hatte diese Stellung schon unter Pippin und Karlmann
inne)
- Bischof Angilram
von Metz (starb auf Karls Feldzug gegen die Awaren 791)
- Bischof Hildibold
von Köln (spielte nach dem Attentat auf Papst Leo eine Rolle)
- Widbold (verhandelte
am byzantinischen Hof über die Vermählung der Prinzessin
Rotrud)
Als Kanzler
werden unter anderen erwähnt:
- Itherius
(bekleidete dieses Amt schon unter Pippin)
- Rado (vorher
Notar der königlichen Kanzlei, baute die Kirche in Arras
wieder auf und stattete sie mit silbernen Gerätschaften aus)
- Erkanbald
(von Einhard als kleines Männchen beschrieben, das ständig
zwei Wachstafeln mit sich führte um darauf zu notieren)
- Jeremias
(wahrscheinlich später Erzbischof von Sens)
Das Amt des
Kämmerers bekleideten unter Karl:
- Adalgis (fiel
782 im Süntelgebirge in einer überstürzten Schlacht
gegen die Sachsen)
- Meginfried
(Freund Alkuins, führte 791 Truppen gegen die Awaren)
Karls
Senischall war z.B.:
- Eggihard
(fiel 778 "als schöner Jüngling, dessen blühende
Wangen der erste weiche Flaum umsäumte" beim Überfall
der Basken auf die Nachhut von Karl Truppen)
- Audulf (im
Hofkreis Manalcas genannt, schlug 786 eine Empörung der Bretonen
nieder)
Als Mundschenk
Karls wird benannt:
- Eberhard
(am Hof Rehemia genannt, reiste 781 als missi, Gesandter zu Tassilo)
- Witizia (Gote,
war als Knabe der Hofschule übergeben worden)
Einer
von Karls Ostiarien "obersten Türwarte" begegnet
uns vermutlich in der Hofpoesie als Thyrsis. Genannt sind:
Das
Amt des Pfalzgrafen hatten, außer den italienischen
Pfalzgrafen z.B. diese Männer inne:
- Anselm (fiel
wie Eggihard 778 beim Überfall der Basken auf die Nachhut
von Karls Truppen)
- Worad (trug
Mitschuld an der Niederlage gegen die Sachsen im Süntelgebirge
778, kam aber mit dem Leben davon)
- Helmengald
(Helmgaud, Helmgot, vermutlich ein missi, Gesandter der Papst
Leo III 799 nach Rom begleitete, 802 zu Kaiserin Irene und 808
nach Rom geschickt wurde)
Folgende
Marschalle "Oberstallmeister" tauchen in den Quellen
auf:
- Gailo (fiel
wie der Kämmerer Adalgis 782 im Süntelgebirge in einer
überstürzten Schlacht gegen die Sachsen)
- Burchard
(besiegte die Mauren an der Spitze einer Flotte in Korsika)
Weitere
Stellungen bekleideten Sänger, die an der Sängerschule
der königlichen Kapelle ausgebildet wurden und zu hohen geistlichen
Würden aufsteigen konnten. Austrannus wurde z.B. Bischof von
Verdun. Verschiedene Bibliotheksbeamte und Ärzte lebten auch
am Hof, wobei Karl den Ärzten nicht immer wohlgesonnen war.
Eine besondere
Bedeutung hatten die Gelehrten des Hofes. Karl selbst bemühte
sich vor allem unter Alkuin
von York um Wissen, welcher ihm Rhetorik, Dialektik und
Astronomie nahebrachte. Grammatik lernte er bei dem alten Petrus
Pisanus. Auch Karls Kinder, Jungen wie Mädchen wurden in literarischen
und rechtlichen Disziplinen unterrichtet, sowie einige ausgewählte
Männer, die am Hof eine wissenschaftliche Ausbildung genossen.
Dazu gehörten unter vielen anderen:
- Einhard
(schrieb später die vita caroli)
- Angilbert
(am Hof Homer genannt, lebte seit seiner Kindheit am Hof und war
ein naher Vertrauter Karls)
- Adalhard
und Wala (Karls Vettern)
- Tatto (später
Vorsteher der Klosterschule in Reichenau)
- Grimald (später
Abt von St. Gallen)
- der Sachse
Bernald (später Bischof von Straßburg)
- Ebo
(von unfreier Herkunft, später Erzbischof von Reims)

Gegenspieler Karls des Großen:
Desiderius
Der Herzog der Toskana errang 756 mit Hilfe des Papstes und Pippin
den Thron der Langobarden. Gegen die Absprachen unterwarf er Spoleto
und Benevent, wandelte aber einigen Besitz in Klostergut um.
Karls Bruder und Mitregent Karlemann hatte die Langobardenprinzessin
Gerberga geheiratet. Nach seinem Tod beanspruchte Karl das ganze
Gebiet und ignorierte die Rechte von Karlemanns Söhnen. Darauf
griff Desiderius päpstliches Gebiet an, um Papst Hadrian zu
zwingen, die Söhne Karlmanns, seine Enkel zu Königen zu
salben. Hadrian weigerte sich und rief Karl zu Hilfe, welcher 773
einmaschierte. Desiderius floh nach Pavia, sein Sohn Adalchis mit
Karlmanns Familie nach Verona. Viele langobardischen Truppen ergaben
sich den Franken oder unterwarfen sich dem Papst. Auf Druck der
Truppen vor Verona lieferte sich Karlmanns Familie freiwillig aus
und taucht daraufhin nicht mehr in den Quellen auf. Desiderius Sohn
Adalchis floh nach Byzanz.
Pavia trotze einer sechsmonatigen Belagerung und ergab sich erst
im Juni 774. Karl nimmt Desiderius und dessen Frau Ansa gefangen
und wird selbst König der Langobarden.
Hardrad
Um 785/86 fand eine Verschwörung gegen Karl unter Adligen in
Thüringen und Teilen von Ostfranken statt, als deren Anführer
Graf Hardrad benannt wird. Das Ziel war, den König zu ermorden
oder ihm wenigstens den Gehorsam aufzukündigen. Die Unzufriedenheit
könnte möglicherweise daher rühren, dass Karl nun
Sachsen besiegt hatte, Baiern das Schicksal der Abhängigkeit
erwartete und die Befürchtung nahe lag, dass auch Thüringen
bald in die Reichseinheit eingegliedert werden könnte.
In den Annales Nazariani wird beschrieben, dass einer der Verschworenen
sich weigerte seine Tochter, die mit einem Franken verlobt war,
in dessen Munt zu geben. Selbst nach Aufforderung des Königs
lenkte er nicht ein, sondern rief die Thüringer auf, dem König
unter Waffen entgegenzutreten. Das gab Karl Grund genug seine Truppen
in die aufständischen Gegenden zu schicken. Die Köpfe
der Verschwörung flohen nach Fulda und baten den Abt Baugulf
um Vermittlung. Selbst während der Verhandlung soll einer der
Aufrührer Karl ins Gesicht gesagt haben: "Wenn meine Gefährten
so denken wie ich, würdest du niemals wieder den Rhein überschreiten."
Karl schickte sie an verschiedene heilige Orte, wo sie ihm und seinen
Söhnen Treue schwören mussten, doch auf dem Rückweg
sollen einige geblendet und getötet worden sein. Die anderen
empfingen ihr Urteil auf der Reichsversammlung in Worms.
Tassilo
Um 740 wurde er als Sohn von Herzog Odilos und Hiltrud der Tochter
Karl Martells geboren. 748 wird er unter der Vormundschaft seiner
Mutter Herzog von Baiern. Doch auch die Brüder seiner Mutter,
Grifo und Pippin beanspruchen den Thron, es kommt zu Streitigkeiten,
und Pippin übernimmt nach Hiltruds Tod die Vormundschaft. 757
schwört Tassilo seinem Onkel Treue und wird nun selbständiger
Herzog. Trotz des Treueides verlässt er 769 Pippins Heer auf
einem Feldzug gegen die Aquitanier, da diese mit seinem Vater verbündet
waren.
Er heiratet die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius, ein
erklärter Feind Karls, was die Beziehungen zu den Karolingern
weiter erschwerte. Später soll er sich mit den Awaren und Sachsen
gegen den Frankenkönig verbündet haben.
781 erneuert Tassilo die Treueide, doch 787 fühlt Papst Hadrian
I sich bemüßigt, ihm mit dem Kirchenbann zu drohen, sollte
er die Eide nicht halten. Durch Karls Einmarsch nach Baiern sieht
sich Tassilo gezwungen, sein Herzogtum dem Frankenherrscher zu übergeben
und es nur noch als Lehen zu verwalten.
788 wird er auf die Reichversammlung nach Ingelheim gerufen und
von bairischen Adeligen des Verrates angeklagt. Die Reichsversammlung
verurteilt ihn wegen der Desertation unter Pippin zum Tode. Karl
begnadigt den Herzog und verbannt ihn und seine gesamte Familie
in verschiedene Kloster. 794 verzichtet Tassilo öffentlich
auf seine Rechte. Wahrscheinlich starb er zwischen 794 und 797.
Widukind
Der westfälische Sachsenhäuptling wurde 743 geboren.
777 unterwarf sich ein großer Teil seines Volkes Karl dem
Großen. Widukind floh nach Dänemark und übernahm
ein Jahr später die Führung des Widerstandes gegen die
Franken.
782 schlug er die fränkischen Truppen im Süntelgebirge,
worauf Karl sich mit der Massenhinrichtung von sächsischen
Geiseln in Verden an der Aller rächte. Die Sachsen verbündeten
sich mit den Friesen und erhoben sich abermals. 784 erlag Widukind
der Übermacht des fränkischen Heeres. Seine Taufe fand
785 in Attigny statt, wobei Karl selbst als Pate fungierte.
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