Der kleine Drache in der Arche


Der kleine Drache in der Arche

für Kinder ab 3 Jahren

Kann es einen Drachen in der Arche geben?
Auf Noahs Liste steht er jedenfalls nicht.

Kein Wunder, er ist ja auch nicht wie die anderen Tiere, die jeweils zu zweit an Bord gehen. Der kleine Drache dagegen ist einzigartig, er ist etwas Besonderes. Die Regeln auf der Arche gefallen ihm überhaupt nicht. Er verlangt natürlich eine Einzelkabine mit Meerblick – Sonnenseite. Der eingeschränkte Speiseplan schreckt ihn ab und seine Feuerzunge mag er sich schon gar nicht verbieten lassen.
Da bleibt er lieber an Land…

Aber es regnet immer mehr, die Erde weicht auf, die Arche beginnt zu schwimmen. Im letzten Moment schleicht sich der kleine Drache doch auf die Arche – als blinder Passagier, versteckt im Laderaum hinter den Kartoffeln …

Manchmal  hört er, wie die Tiere an Deck lachen und spielen.
Er hätte gerne mitgemacht.
Aber geht denn das? Kann ein Drache ein ganz gewöhnliches Tier wie die anderen sein?
 
 

für Kinder ab 3 Jahren
Spieldauer 40 Min.
max. Zuschauer 150
Bühne 5m x 4,50m, abdunkelbarer Raum
Text / Ausstattung: Maren Winter
Musik: Willi Winter
Eine „Integrations-Geschichte“ für die ganz jungen Zuschauer. Unterschiedliche Charaktere sitzen hier in einem Boot. Damit die große Fahrt gelingt, müssen sich alle in die Gemeinschaft eingliedern, was jedoch nicht heißt, die eigene Besonderheit zu verleugnen. Im Gegenteil, gerade individuelle Fähigkeiten werden gebraucht und machen die Arche erst bunt.

 

 

 

   
    Fotoreise durch die Geschichte  

Der kleine Drache Camillo lebte im Grünen, denn Grün war seine Lieblingsfarbe.
Hier saß er in der Sonne und fing sich ein paar Mücken mit seiner roten Feuerzunge.
Wenn es mal regnete, war das auch nicht so schlimm, dann krabbelte er einfach unter sein Regenschirmblatt.
Nur, dass es weit und breit keinen zweiten Drachen gab, störte ihn ein wenig.

 

Eines Tages begann Noah, auf dem nahen Berg ein Schiff zu bauen, die Arche.
Alle Tiere, sollten darauf Platz finden, wenn der große Regen kam.
Ein Drache stand allerdings nicht auf Noahs Liste. Kein Wunder, Camillo war schließlich kein gewöhnliches Tier, er war einzigartig. Deshalb mochte er nicht eingequetscht zwischen lauter fremden Tieren mitfahren, sondern verlangte eine Einzelkabine und an die Regeln wollte er sich auch nicht halten. Da blieb er lieber unter seinem Blatt, wo er machen konnte, was er wollte.

 

Doch es regnete immer mehr und die Tiere gingen an Bord. Das Wasser stieg tatsächlich bis über den Berg und die Arche begann zu schwimmen.
Im letzten Moment entschloss sich Camillo doch mitzufahren, allerdings heimlich, als blinder Passagier ganz unten im Laderaum.
Zwischen den Vorräten gefiel es Camillo eigentlich ganz gut - wäre er doch nur nicht so allein gewesen.
Manchmal hörte er, wie die anderen an Deck spielten und lachten. Gerne hätte er mitgemacht, aber ihn durfte ja niemand sehen.

Langweilig war es trotzdem nicht, denn immer wenn jemand in den Laderaum kam, musste Camillo sich tarnen.
Dann tat er so, als wäre er ein ganz normales Tier, zum Beispiel ein Löwe, oder eine Schlange.
Es fiel ihm gar nicht schwer, wie ein gewöhnliches Tier zu sein, war er vielleicht doch nicht so etwas Besonderes?

 

Auf einmal hörte er Geräusche unter sich.
Die Planken splitterten, Wasser drang ein und plötzlich erschien ein Kopf: Ein Sägefisch!
Nur mit Mühe gelang es Camillo, ihn davon abzuhalten, auch noch Fenster in den Schiffsrumpf zu sägen. Zum Glück gefiel es dem Fisch nicht in der Arche und als er weg war, konnte Camillo das Leck verstopfen.
Als ein großer Sturm die Arche hin- und herschüttelte, hielt Camillo es nicht mehr im Laderaum aus. Es war einfach zu gefährlich, wenn Kartoffelsäcke durch die Gegend rollten. Also beeilte er sich, nach draußen zu kommen.
Noah war mit dem Schiff beschäftigt und bemerkte ihn nicht. Die anderen Tiere blieben bei schlechtem Wetter sowieso lieber unter Deck.

Nur die Ratte wollte unbedingt das tosende Meer bewundern. Dummerweise lehnte sie sich zu weit über die Reling. Eine Riesenwelle erwischte sie und riss sie mit sich fort.
Camillo hörte die Hilferufe. Einen Rettungsring fand er nicht, auch kein Seil. Er konnte nur seinen langen Schwanz so weit wie möglich ins Wasser werfen. Die Ratte hielt sich daran fest. Mit aller Kraft zog Camillo sie aufs Schiff zurück.

 

Nun war er kein kleiner Drache mehr, sondern ein großer Held, fand die Ratte. Das musste sie natürlich sofort Noah erzählen. Camillo aber wollte eigentlich gar nichts Besonderes mehr sein, er wollte einfach nur dazugehören und das durfte er auch.
Es kam noch besser, Noah kannte nämlich einen weiteren Fahrgast, den es angeblich nur einmal gab: Camelia, ein Drachenmädchen. Sie hatte sich gerade als Gardine getarnt und war kaum zu sehen. (Darum haben wir leider kein gutes Foto von ihr erwischt.)
Aber für Camillo zeigte sie sich.

Als das Wasser endlich sank, landete die Arche auf einem Berg. Die Tiere gingen dorthin, wo es ihnen am besten gefiel und alles war wieder genau, wie vor der großen Flut.
Nein! Nichts war genauso.
Die Katze konnte inzwischen bellen. Das Nashorn konnte Geige spielen, das hatten ihm die Grillen beigebracht, die Landratte konnte schwimmen ...
Camillo und Camelia konnten die ganze Welt nachmachen. Sie waren nicht mehr einzigartig, sondern zu zweit und trotzdem etwas Besonderes, genau wie der Hase, der Marienkäfer, der Rabe, oder wie du, oder wie ich ...

 

 

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