Die kleine Meerjungfrau


Die kleine Meerjungfrau

frei nach H. C. Andersen für Wasserratten ab 5 Jahren

Als die kleine Meerjungfrau zum ersten Mal aus dem Wasser emportauchen durfte, leuchtete der Mond ganz weiß und schimmerte auf den Wellen. Der Himmel war übersäht mit Sternen und alle blinzelten ihr zu.

Dann sah sie auch das Schiff. Ihr Vater, der Meereskönig würde es ihr zum Geburtstag schenken. Neugierig schwamm sie ein wenig näher. Viele Menschen liefen an Deck umher, scherzten oder sangen, und manche kletterten sogar hoch in die Masten.

Der junge Prinz aber stand ganz ruhig an der Reling und sah auf die Wellen hinunter. Für einen Moment blickte die kleine Meerjungfrau in seine schönen schwarzen Augen. Was mußte das für eine wundervolle Welt sein, in der solche Geschöpfe lebten …

für Kinder ab 5 Jahren
Spieldauer 55 Min.
max. Zuschauer 150
Bühne 5m x 4,50m
abdunkelbarer Raum
Text, Ausstattung: Maren Winter,
Musik: Willi Winter

 

 

 

 


     Fotoreise durch die Geschichte


Tief unten auf dem Meeresgrund lebte die kleine Meerjungfrau zusammen mit ihrem Vater.

Ihre älteren Schwestern waren schon oft an die Meeresoberfläche empor gestiegen. Sie hatten sich umgeschaut und sich ein Gewässer ausgesucht, in dem sie dann Königin wurden.
Eine liebte die Karibik wegen der bunten Fische, eine andere hatte die Flüsse gewählt, weil die immer wussten, wohin sie wollten, die nächste webte gerne zarte Nebel auf stillen Seen ...

Nur die kleine Meerjungfrau hatte noch nichts davon gesehen.


An ihrem 15. Geburtstag durfte auch die kleine Meerjungfrau zum ersten Mal an die Wasseroberfläche steigen.

Der Himmel war übersäht mit Sternen, alle blinzelten ihr zu.
Das Meer war unendlich weit, weiter als sie sehen konnte und sie war sicher, dass in jeder Richtung irgendwo in der Ferne ein verheißungsvolles Ufer lag.

Wie gerne hätte sie all diese Ufer kennengelernt.


Ihr Vater, der König aller Meere, hatte ein stolzes Schiff als Geburtstagsgeschenk für sie ausersehen.
Er ließ es ein wenig treiben, damit sie es in Ruhe ansehen konnte.

Viele Menschen liefen an Deck umher. Der junge Prinz aber stand ganz ruhig an der Reling und sah auf die Wellen hinunter. Für einen Moment blickte die kleine Meerjungfrau in seine schönen schwarzen Augen.

Dann entfachte der Meereskönig einen Sturm und ließ das Schiff untergehen.
Alles, was darin war, sollte nun ihr gehören.


Auch der Prinz war auf den Meeresboden gesunken - das schönste Geschenk, was sich die kleine Meerjungfrau hatte vorstellen können.

Aber Menschen können nicht lange unter Wasser leben, sie wurden schnell kalt und bewegten sich dann nur noch mit den Wellen. So nahm die kleine Meerjungfrau den Prinzen, stieg mit ihm nach oben und trug ihn über alle Wellen hinweg bis ans Ufer.

Hier zwischen Wasser und Land hätten sie beide ganz gut leben können, doch eine Prinzessin entdeckte den Schiffbrüchigen am Strand und nahm ihn mit in ihr Schloss.
Die kleine Meerjungfrau konnte ihnen nicht folgen.


Ach, wenn sie doch wie die Menschen auf der Erde gehen könnte.

Die Meerhexe sollte ihr helfen, alles Gold und Silber aus dem Geburtstagsschiff wollte sie ihr geben.
Aber die Meerhexe verlangte etwas anderes als Lohn: Die Stimme der kleinen Meerjungfrau.
Dafür verwandelte sie ihren Fischschwanz in zwei Beine.

Der Zauber konnte allerdings nur halten, wenn der Prinz sie liebte.
Suchte er sich eine andere Gemahlin, würde sich die kleine Meerjungfrau in Meerschaum verwandeln.


So ging die kleine Meerjungfrau an Land und wanderte in die Stadt, wo die Menschen lebten.

Ihe Füße schmerzten, sie fühlte sich unsicher in der fremden Welt und konnte auch nicht nach dem Prinzen fragen, denn die Menschen verstanden sie nicht.

Aber sie fand ihn trotzdem und wurde sogar auf das Schloss eingeladen.


Der Prinz mochte die kleine Meerjungfrau sehr gerne, aber er erkannte sie nicht und glaubte, die Prinzessin hätte ihn gerettet.
Dabei war sie es doch gewesen, sie hatte ihn tagelang über die Wellen getragen und konnte es ihm nicht sagen.

Er lachte mit der Prinzessin, tanzte und scherzte mit ihr und beschloss schließlich, sie zur Frau zu nehmen.
Die kleine Meerjungfrau sollte dann wie eine liebe Schwester mit den beiden leben.

So ausgelassen wie die Prinzessin würde die kleine Meerjungfrau nie werden, sie war eben nicht wie die Menschen, auch wenn sie nun Beine hatte.
Und sie wusste, dass sie sich in Meerschaum verwandeln würde, sobald er die andere heiratete.

 


Auf einem neuen Schiff wollte der Prinz seine Braut zur Hochzeit in sein Heimatland bringen.
Mitten auf dem Ozean tauchte der Meereskönig auf und gab der kleinen Meerjungfrau ein Messer, denn wenn der Prinz nicht mehr heiraten konnte, musste sie nicht zu Meerschaum werden.
Aber wie sollte sie jemals glücklich sein können, wenn der Prinz nicht glücklich war, sie liebte ihn doch. Sie warf das Messer ins Wasser und sprang hinterher.

In diesem Moment glitzerten die Wellen als wären tausend Sterne hineingefallen. Die kleine Meerjungfrau hatte sich in Meerschaum verwandelt. Nun war sie über und unter Wasser zugleich, auf allen Meeren und an allen Ufern.

Wenn irgendwo ein Mensch am Strand spazieren geht, kitzelt sie ihn an den Füßen - es könnte ja der Prinz sein.
Aber der Prinz badete nur noch mit ganz viel Schaum - es könnte ja die kleine Meerjungfrau darin versteckt sein.

 

 

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