Eine Hand voll Drachenfeuer


Eine Hand voll Drachenfeuer

für Kinder ab 4 Jahren

In einem Land, sehr weit von hier, lebte einst ein Drachen. Doch weil die Menschen ihn vergaßen, zog er sich in eine Höhle zurück und behielt sein Drachenfeuer für sich.
Seitdem war es kalt geworden.
So kalt, dass sich die Menschen viele Pelze übereinander anziehen mussten. Die Mützen zogen sie sich so tief ins Gesicht, dass sie einander kaum noch wahrnahmen, und je mehr sie sich einhüllten, um so kälter wurde es.

Am allerkältesten aber war es bei der Prinzessin Misunde, denn sie lebte ganz allein in ihren großen Hallen und schaute täglich hinaus, um nachzusehen ob es endlich taute…
 

für Kinder ab 4 Jahren
Spieldauer 45 Min.
max. Zuschauer 150
Bühne 5m x 4,50m
abdunkelbarer Raum
Regie: Imke Wood,  
Text, Ausstattung: Maren Winter,  
Musik: Willi Winter

 

 

 

 

Der Drache in diesem Stück symbolisiert einen Gegner, den man sich selbst erschafft. Je länger die Begegnung vermieden wird, desto mehr steigern sich die Ängste vor dem immer größer werdenden Unbekannten.
Schließlich scheint es nur noch einen Weg zu geben – den vermeintlich gefährlichen Drachen zu bekämpfen. Kein Wunder, dass dieser sich dann wehrt und somit die Ängste bestätigt.
In der Geschichte gelingt es Milan, den Kreis zu durchbrechen und den Drachen kennenzulernen. Er stellt fest, dass Drachenfeuer nicht nur verheerend wirken, sondern auch wärmen kann, genau, wie die Nähe zur Prinzessin, die er nun endlich zulässt.

     Fotoreise durch die Geschichte


Es war einmal ein Land, da war es sehr kalt.
Die Bewohner hatten sich schon so viel angezogen, dass sie sich kaum noch bewegen konnten, aber es wurde immer bloß noch kälter. Einer nach dem anderen fiel in einen tiefen Winterschlaf.

Nur die Prinzessin blieb wach und sah jeden Tag nach, ob es wohl endlich taute, denn sie durfte nicht schlafen, sie musste an ihr Land denken.

 


Noch jemand konnte nicht schlafen: Milan!
Er hoffte jeden Tag einen Blick auf die Prinzessin zu erhaschen, und wenn es gelang, dann freute er sich.
Aber die Prinzessin sah immer so traurig aus, und Milan wollte sie so gerne mal glücklich sehen.

Sie konnte wohl erst glücklich sein, wenn die Kälte vorbei war - oder, wenn sie denkt, dass es wärmer würde.
Da kam er auf die Idee, ihr Thermometer anzuhauchen, so dass es zwei Grad wärmer anzeigte.

 


Die Prinzessin glaubte tatsächlich, dass es wärmer geworden war.
Sie freute sich so sehr, dass sie allen Bewohnern von der Neuigkeit berichten wollte.

Milan hätte ihr sagen müssen, was er getan hatte, aber er konnte nicht, sie wäre furchtbar enttäuscht gewesen.
So half er ihr, im Schnee nach den anderen Menschen zu suchen.

 

 


Als erstes fanden sie die Bibliothek und weckten den Bibliothekar aus dem Winterschlaf.
Von ihm erfuhren sie, dass ihr Land einst von einem Drachen beschützt worden war.
Doch weil die Menschen ihn vergaßen, hatte er sich in eine Höhle zurückgezogen und sein Drachenfeuer für sich behalten. Seitdem war es kalt geworden.

Wenn es jetzt aber 2 Grad wärmer war, musste jemand den Drachen besiegt haben, glaubte die Prinzessin.
Sie bat Milan, diesen Helden zu finden, damit sie ihn belohnen konnte.

 


Was blieb Milan anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen um selbst das Drachenfeuer zu holen.

Aber er wusste nicht, wie man kämpft, schon gar nicht gegen einen Drachen.

Unterwegs traf er auf den Ritter Korf und beschloss sein Lehrling zu werden. Da Milan zu klein war, ihm die Waffen hinterher zu tragen, wie es sich für einen Knappen gehört, lehnte der Korf ab, ihn zu unterrichten.


Milan erzählte dem Ritter vom Drachen und versprach ihm die Belohnung, welche die Prinzessin dem Helden schenken wollte. Darauf willigte Korf ein, ihm das Kämpfen beizubringen.

Leider war es für Milan unmöglich das schwere Schwert zu halten, außerdem konnten sie schlecht üben, da immer nur einer die Waffe führen konnte.

 


Milan brauchte ein eigenes Schwert - eins, das zu ihm passte.
Also begab er sich zu einem Waffenhändler und erstand ein Küchenmes... nein, ein Platzspar-Schwert.
Der Waffenhändler sah davon ab, den spannenden Drachenkampf mitanzusehen.
Eine Drachenhöhle ist eng, da gab es nur Plätze in der ersten Reihe und das war ihm zu nah.


Auf dem Weg zurück entdeckte Milan Drachenwurz, und im Nebel glaubte er, Drachengold glimmen zu sehen. Die Drachenhöhle musste ganz in der Nähe sein.

Hier im Wald lebte eine alte Frau, die den Drachen schon als kleines Mädchen gekannt hatte. Damals war er über den Himmel geflogen und hatte Sternschnuppen gespuckt.
Die Alte veriet, dass Drachenfeuer verheerend sein, aber  auch wärmen konnte, wenn man den Drachen zum Lachen bringt.
Und sie wusste ebenfalls, wo er sich versteckte.

 


Vorsichtig schlich Milan in die Drachenhöhle hinein.
Der Drache war riesig! Viel zu groß! 
Vor Schreck ließ Milan sein Schwert fallen.

"Wenn du nicht kämpfen willst, was willst du dann", fragte der Drache, und Milan erzählte ihm von der Kälte, der Prinzessin und auch, dass er ihr Thermometer angehaucht hatte.

Der Drache kicherte. Er fing an zu lachen - doch dann hustete er schrecklich. Das Drachenfeuer war ihm im Hals stecken geblieben.
"Du musst es holen", sagte er und öffnete den Schlund.
Zögernd krabbelte Milan hinein.
Als er seine Hand wieder herauszog, war sie voller Drachenfeuer.
 


Glücklich eilte Milan nach Hause zurück.
"Sieh, was ich mitgebracht habe: eine Hand voll Drachenfeuer. Bald wird es wieder warm bei uns werden."

Und als die Prinzessin voller Freude Milan umarmte, und Milan die Prinzessin umarmte - da schien im ganzen Land die Sonne.

 

 

    Wie der Drache entstand


In dieser Inszenierung wollten wir einen richtig großen Drachen haben, einen, der die ganze Bühne einnimmt. Er ist der "Feind", den man nicht kennt und ihn sich deshalb riesig und unüberwindlich vorstellt.

Das Material Weichschaum (Schaumgummi) ist einigermaßen leicht und auch flexibel, dünnere Teile wippen bei Bewegungen lebendig mit. Für den Kopf mussten wir mehrere Platten grob zuschneiden und aufeinanderkleben.


Mit dem Teppichmesser wird die Form konkreter herausgearbeitet.

Bei Weichschaum werden die Klingen schnell stumpf, man muss sie oft wechseln, sonst rupfen sie eher, als dass sie schneiden.


Bei dieser Methode kann man sowohl wegnehmen als auch Teile ansetzen, um dem gewünschten Ausdruck näher zu kommen. 

Die Feinheiten übernimmt die Schere und dann geht der Kopf zum Bandschleifer.
Je nach Qualität lässt sich Weichschaum sehr gut schleifen, am besten klappt das mit einer möglichst hohen Umdrehungszahl.
Danach sind die Schnittspuren nicht mehr zu sehen.


Stellprobe mit dem fertig geschliffenen Kopf vor den Flügeln.

Damit das Ungetüm handhabbar bleibt, haben wir keinen realistischen Körper gebaut, sondern lassen die Flügel aus dem Bühnenbild entstehen und führen den Kopf separat dazwischen.

Die Flügel bestehen aus dünneren Schaumstoffplatten, die sich um eine schräge Achse klappen lassen. Die Rückseite wird später grüne Tannenbäume zeigen.


Jetzt ist der Drache rot und hat Augen und Zähne bekommen.

Mit speziellen Farben lässt sich Weichschaum durchfärben oder oberflächlich bemalen / besprühen. Die Farbe muss flexibel sein, sonst bricht sie. Wir nehmen meistens Siebdruckfarbe für Textilien, die wir literweise aus dem Industriebedarf beziehen.

 

 

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