Kim im Wilden Westen


Kim im Wilden Westen

für Kinder ab 4 Jahren

„Wir sind doch nicht im Wilden Westen, wo jeder sich nimmt, was er will“, sagt Kims Mutter oft, so dass Kim nun unbedingt den Wilden Westen sehen möchte.
Ihr Onkel Old Willi kennt sich dort aus, er kennt ja sogar Winnetou. Von ihm wünscht sie sich ein Westernabenteuer zum Geburtstag.

Old Willi fällt die Karte zu seiner kleinen Goldmine ein, das wäre ein passendes Geschenk.
Doch das Beste daran war damals, die Mine zu finden. Wenn er Kim die ganze Karte gibt, hätte sie nur die halbe Freude, also schenkt er ihr die halbe Karte, damit sie die ganze Freude bekommt.

Dummerweise erfährt der langgesuchte Viehdieb und Betrüger Hank davon und stiehlt die andere Hälfte. Und so beginnt ein Wettlauf durch den Wilden Westen auf der Jagd nach dem Gold.

für Kinder ab 4 Jahren
Spieldauer 45 Min.
max. Zuschauer 150
Bühne 5m x 4,50m
abdunkelbarer Raum
Text, Ausstattung: Maren Winter,
Musik: Willi Winter

 

 

 

 
Was macht die Faszination am Wilden Westen aus?

Ist es das simple, schwarz-weiß gestrickte Klischee, in dem es nur Gut und Böse, bzw. Stark und Schwach zu geben scheint? Oder ist es die Freiheit in der Natur, wo man im Wald Feuerholz bricht, die Wäsche am nächsten Fluss erledigt und sich am schönsten Platz eine Blockhütte baut? Wo man Gefundenes einfach behält und sich auch sonst alles nimmt, was man will?
Für Kim ist es anfangs all das.
Im Laufe ihrer Abenteuerreise erfährt sie mehr – die Begegnung mit der anderen Welt lässt sie sensibler werden. Zunächst wird das eigene Erlebnis wichtiger als das Habenwollen, dann tritt das gemeinsame Erleben an die erste Stelle.
Diese Gedanken stehen hinter der Geschichte, doch die Zuschauer werden wenig davon bewusst bemerken. Für sie soll es in erster Linie ein spannendes Westernabenteuer sein. Je mehr sie sich darauf einlassen, desto stärker kann die unterschwellige Aussage mitwirken.

 

     Kleine Fotoreise durch die Geschichte


Old Willi wollte seiner Nichte Kim ein Westernabenteuer schenken.
Er war schon lange nicht mehr im Wilden Westen gewesen, aber als er seinen alten Koffer öffnete, kam die Erinnerung zurück und alles wurde wieder lebendig.

Hier fand er auch die Karte zu einer kleinen Goldmine, die er damals entdeckt hatte.
Das meiste Gold hatte er dagelassen, sein Freund Charly hatte versprochen darauf aufzupassen.

Die Mine wäre ein passendes Geschenk für Kim.
Doch halt, sie wünschte sich ja ein Abenteuer ...
So schickte Old Willi ihr nur die halbe Karte, damit sie die ganze Freude bekam.


Ausgerechnet Hank erfuhr davon. Hank, der gemeine Viehdieb und Betrüger. Im ganzen Wilden Westen wurde er gesucht und sein Steckbrief hing an jedem Sheriffbüro.

Old Willis Goldmine wollte Hank schon immer haben und jetzt war die Gelegenheit gekommen. Kurzerhand stahl er die zweite Hälfte der Karte, denn er nahm sich immer, was er wollte,

Der Weg zur Mine begann offenbar in einer Stadt. Der Name war zwar abgerissen, aber Hank erkannte die beiden Häuser, die auf der Karte eingezeichnet waren.
Das konnte nur Twohouse-City sein.
Dort musste er hin und dieser Kim auflauern.

Als Old Willi den Diebstahl bemerkte, machte er sich sofort auf den Weg, um Kim zu beschützen.


Kim freute sich sehr über das Geburtstagsabenteuer und die kleine Westernstadt Twohouse-City sah genauso aus, wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Es gab einen Sheriff und einen Saloon. Sogar ein Pferd stand vor dem Haus.

Von hier aus musste sie zum Dorf der Buffalo-Indianer, so stand es auf ihrer Karte.

Aber in welche Richtung sollte sie bloß gehen?


Hank war schon vor Kim in Twohouse-Citty angekommen und wartete bereits auf sie.
Direkt vor dem Sheriff konnte er ihr die Kartenhälfte allerdings nicht wegnehmen, das war selbst  ihm zu gefährlich.

Also tat er freundlich und schickte Kim in die falsche Richtung, in die weite, einsame Prärie, dorthin wo niemand zusah, wenn er ihr später die Karte stahl.

Das würde schon klappen, dachte er, denn er nahm sich immer was er wollte.



Zum Glück traf Kim in der Prärie auf einen Indianerjungen und erzählte ihm von der Goldmine.

Er hieß Kleiner Büffel und lebte im Dorf der Buffaloindianer, aber Gold gab es in seinem Dorf nicht.

Wie es von dort aus weitergehen sollte, war auf Kims Kartenhälfte leider nicht mehr zu sehen, weiter unten war nur ein stiller See eingezeichnet.

Sie sollten die große Büffelfrau befragen, denn die Büffelherden durchstreiften das ganze Land und kannten jeden Erdenflecken.


Die große Büffelfrau hatte schon von Kim gehört, das Trommeln der Hufe hatte von ihr berichtet und von dem ganzen Abenteuer mit der halben Karte.

Zum stillen See wusste die Büffelfrau nur einen einzigen Zugang: Der Bergfluss mündete hinein.
Doch dieser Fluss war wild und gefährlich.

Kleiner Büffel bot an, Kim zu begleiten, wenn er doch nur ein gutes Kanu hätte.
Da versprach die Büffelfrau ihnen ein Kanu aus Büffelhorn und brachte sie in die Berge zum wilden Fluss.

 


Das war eine Fahrt -
das Wasser spritzte und gurgelte um Felsbrocken und Steine herum, und das Kanu mit Kim und Kleiner Büffel fuhr mitten hindurch.
Sie drehten sich, schwankten, rutschten an Stromschnellen vorbei, schossen Wasserfälle hinunter ...
... und wurden schließlich ans Ufer des stillen Sees gespült.
Benommen blieben sie eine Weile liegen.

So merkten sie nicht, dass auch Hank den stillen See gefunden hatte und nun heimlich die Karte aus Kims Gürtel stahl.
Jetzt wusste er, wo der Eingang zur Goldmine zu finden war.


Endlich holte Old Willi die beiden Abenteurer ein.

Er fand es nicht schlimm, dass die Karte verschwunden war, er hatte die Goldmine einmal gefunden und würde sie sicher auch ein zweites Mal finden.
Doch für die Nacht fachten sie erstmal ein schönes Lagerfeuer an.
So waren sie sicher vor Kojoten und Moskitos.
Am nächsten Tag wollten sie weitersehen.

Währenddessen schlich Hank in die Mine und holte alles Gold heraus, was er fand: Drei dicke Goldklumpen.
Nun war er reich.
Und warum war er reich? Weil er sich immer nahm, was er wollte -
dachte er.


Old Willi erinnerte sich an den Eingang und zu dritt betraten sie die Goldmine.

Doch sie war leer.
Kein Krümelchen Gold, nicht einmal ein bisschen Goldstaub konnten sie entdecken.
Als Old Willi das letzte Mal hiergewesen war, hatte es noch überall gefunkelt und geblinkt.

Und wo war Charly? Der hatte doch versprochen, auf das Gold aufzupassen.


Da protestierte Charly, der Goldhamster auch schon.
Hank hatte die letzten drei Klumpen aus der Mine gestohlen. Das hatte Charly gleich bemerkt und schnell ein Loch in Hanks Tasche genagt, so dass die Goldklumpen längst wieder rausgekullert waren.

Aber wo war der ganze Rest geblieben?

Nun, Charly hatte vor einiger Zeit geheiratet und für die Ringe musste er damals ein kleines bisschen Gold hamstern.
Sie brauchten natürlich auch ein goldenes Bett für die Hochzeitsnacht und ein goldenes Haus drumherum. Dann kamen die Kinder, die brauchten goldene Zimmer, genau wie die vielen Verwandten, die Onkel und die Tanten ...


So war nach und nach eine ganze Goldhamsterstadt entstanden.

Das Gold gehörte nun wohl Kim, aber die Stadt war so schön, dass Kim nichts davon wegnehmen mochte.
Es war viel besser, sie einfach stehen zu lassen.
Und das Allerbeste daran waren all die Abenteuer unterwegs gewesen, dass sie ein Pony und die Büffel kennengelernt hatte und dass Kleiner Büffel nun ein Freund geworden war  - das alles konnte selbst ein Dieb wie Hank nicht stehlen.

Aber die drei Goldklumpen, die nahmen sie mit, jeder einen.

Die würden sie vielleicht noch brauchen - beim nächsten Geburtstagsabenteuer - denn Old Willi hatte ja noch viele alte Koffer aufgehoben ....

 

 

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