Ein Vogel, der vom Himmel fiel


Ein Vogel, der vom Himmel fiel

für Kinder ab 3 Jahren
nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Maren Winter

Im Wohnzimmer der beiden Mäuse landet ein Ei.
Der Sturm hat es aus dem Nest geweht und über die Klippen ins Mauseloch gerollt.
Und tatsächlich – ein Küken schlüpft.
Die Mäuse freuen sich sehr über das niedliche Kind. Sie haben es so lieb, als wäre es ihr eigenes und nennen es Larus.

Doch bald stellt sich heraus, dass Larus anders ist als sie. Er wächst viel zu schnell, ist immer hungrig und hat keine Pfoten. Dabei gibt er sich solche Mühe, eine perfekte Maus zu sein.
Eines Tages sieht Larus einen Vogel am Himmel fliegen …

Eine Geschichte von Geborgenheit, vom Anderssein – und über das Losfliegen.

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für Kinder ab 3 Jahren
Spieldauer 35 Min.
Bühne 4 x 4 m
Regie: Katharina Sell
Text / Ausstattung: Maren Winter
Musik / Bühne: Willi Winter
In dieser Inszenierung nehmen wir die Tierwelt zu Hilfe, um von einer Familie zu erzählen, in der ein fremdes Kind aufwächst. Die Thematik geht über eine Adoptionsgeschichte hinaus, das „Flüggewerden“ ist für viele Kinder und Eltern mit Ängsten verbunden, schließlich auch mit Loslassen können und Abschied nehmen. Dafür wartet hinter jedem Entwicklungsschritt eine neue, größere Welt.

 

 

 

 

 

 

    Fotoreise durch die Geschichte

Auf einer Insel im Meer hatte ein Vogel sein Nest hoch oben in die Klippen gebaut  - und darin lag ein Ei.

Eines Tages kam Sturm auf.
Die Möwen kreischten und sausten schneller durch die Luft, als sie sonst fliegen konnten.

Der Wind blies so heftig, dass er das Ei aus dem Nest wehte.
Es kullerte die Klippen hinunter und verschwand schließlich in einem Loch.

Wo mochte es nur hingerollt sein?
Da müssen wir wohl in den Felsen hinein schauen.

Tatsächlich - da lag es in einer Höhle und es war sogar heil geblieben.
In der Höhle lebten zwei Mäuse.
Die wunderten sich und wussten nicht recht, was sie mit dem Ei anfangen sollten.
Vielleicht wäre es in der Speisekammer besser aufgehoben, als im Wohnzimmer.

Noch erstaunter waren sie, als aus dem Ei ein niedliches Küken schlüpfte.
Die Mäuse freuten sich sehr über den Kleinen.
Sie nannten ihn Larus und hatten ihn so lieb, als wäre er ihr eigenes Kind.

 

Bald stellte sich heraus, dass Larus anders war als ein gewöhnliches Mäusekind.
Er fraß furchtbar viel und hatte überhaupt keine Pfoten.
Immerhin lernte er gut. Bei "Achtung, Gefahr" versteckte er sich sofort,
denn eine Maus muss sich jederzeit unsichtbar machen können.

Allerdings wuchs er zu schnell.
Schon nach kurzer Zeit war er so groß wie seine Eltern
und die Mäuse hatten Mühe, genügend Futter für ihn heranzuschaffen.


Larus hörte einfach nicht auf zu wachsen. Seine langen Flügel stießen gegen die Wände
und verstecken konnte er sich bei "Achtung, Gefahr" auch nicht mehr.
Die Eltern hatten ihn trotzdem lieb.
"Schließlich war er ihnen wie ein Engel vom Himmel in den Schoß gefallen", sagten sie.

Manchmal lag Larus wach und lauschte auf die Möwenrufe, die von draußen in die Höhle drangen.
Dann wurde er immer ein bisschen traurig, weil es ihm nicht gelang, eine perfekte Maus zu sein,
obwohl er sich doch solche Mühe gab.

 

Einmal zog ein weißer Vogel direkt über dem Felsspalt der Höhle vorbei.
Unwillkürlich breitete Larus seine eigenen Flügel aus und ahmte die Bewegungen nach,
ein seltsames und wunderbares Gefühl.

Die Mäuseeltern fanden es zu gefährlich, wenn Larus auf die Klippen kletterte,
aber sobald sie schliefen, tat er es trotzdem, denn er hoffte, den weißen Vogel wiederzusehen.

Statt dessen flog ein anderer heran und der war viel größer als Larus selbst.
"Du bist keine Maus, du bist ein Vogel", sagte der Große und versprach, ihm das Fliegen beizubringen -
aber nur, wenn die Mäuseeltern dabei zusehen würden.

Aufgeregt überredete Larus seine Eltern, am nächsten Tag mit auf die Klippe zu kommen.
Pünktlich traf der Große ein. Doch jetzt war er nicht mehr freundlich, sondern hatte Appetit auf Mäusehappen.
Panisch flatterte Larus mit den Flügeln, hob sich in die Luft und stieß mit dem Schnabel nach dem Räuber.

Larus kämpfte mit aller Kraft bis der Große endlich genug hatte und floh.
"Du bist geflogen", sagte der Mäusepapa, "du hast tatsächlich eben fliegen gelernt."

Die Mäusemama zeigte auf einen Möwenschwarm, der die Klippen umrundete.
"Die sehen genauso aus wie du - und unter ihnen wärst du nie allein."

"Versuche es", sagte der Papa, "du kannst überall zu Hause sein, an Land, in der Luft, sogar auf dem Meer."
Die Mutter nickte. "Und wenn du zurückkommst, wirst du uns von all dem erzählen, was wir nie sehen können."

Larus breitete seine Flügel aus und warf sich in den Wind.
Er wurde getragen, er flog.
Die ganze, endlose Welt wartete auf ihn -
und auch ein winziges Loch in den Klippen, das zu einer warmen Mäusehöhle führte.

 

 

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